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Kapitel

01Klarheit statt Bauchgefühl
02Die Medienbranche von innen
03Was in dir steckt
04Vom Talent zum Berufsfeld
05Wege, die wirklich funktionieren
06Dein erster Schritt

Kapitel 05

Wege, die wirklich funktionieren

Wie du tatsächlich reinkommst

Ein Berufsfeld zu kennen ist die eine Sache. Zu wissen, wie du tatsächlich reinkommst, die andere. Die gute Nachricht: Es gibt nicht nur einen Weg, sondern mehrere.

ca. 16 Min0 von 9 Feldern ausgefüllt

Sechs Einstiegswege im Vergleich

Ausbildung

Dauer:
In der Regel 2 bis 3 Jahre, dual in Betrieb und Berufsschule.
Voraussetzung:
Meist Schulabschluss (Haupt- oder Realschulabschluss, teils Abitur gewünscht).
Passt gut für:
Menschen, die praxisnah lernen und schnell eigenes Geld verdienen möchten.

Spricht dafür

  • +Praxisnah von Anfang an
  • +Vergütung während der Ausbildung
  • +Gute Übernahmechancen bei gutem Betrieb

Spricht dagegen

  • –Weniger akademische Vertiefung
  • –Übernahme nicht garantiert

Duales Studium

Dauer:
In der Regel 3 Jahre, Praxisphasen und Studium im Wechsel.
Voraussetzung:
Abitur oder Fachhochschulreife, oft ein Vertrag mit einem Unternehmen vorab nötig.
Passt gut für:
Menschen, die Theorie und Praxis von Anfang an verbinden wollen.

Spricht dafür

  • +Praxis und akademischer Abschluss zugleich
  • +Häufig Vergütung durch den Praxispartner
  • +Direkter Kontakt zu einem Unternehmen

Spricht dagegen

  • –Bewerbungsprozess oft anspruchsvoll
  • –Weniger Freiraum für Auslandssemester

Studium

Dauer:
Bachelor in der Regel 3 bis 3,5 Jahre, danach optional Master.
Voraussetzung:
Abitur oder Fachhochschulreife, je nach Hochschule und Studiengang.
Passt gut für:
Menschen, die sich Zeit für Orientierung und Vertiefung wünschen.

Spricht dafür

  • +Breites Grundlagenwissen
  • +Zeit für Praktika und Auslandssemester
  • +Viele Fachrichtungen wählbar

Spricht dagegen

  • –Weniger direkte Praxis als bei dualen Wegen
  • –Kein automatischer Jobeinstieg nach Abschluss

Volontariat

Dauer:
Meist 18 bis 24 Monate, klassischer Redaktionseinstieg.
Voraussetzung:
Meist ein erster Abschluss (Studium oder Ausbildung) oder relevante Vorerfahrung.
Passt gut für:
Menschen, die konkret in eine Redaktion einsteigen wollen.

Spricht dafür

  • +Sehr praxisnah, oft mit fester Vergütung
  • +Direkter Redaktionsalltag von Anfang an
  • +Gute Vernetzung innerhalb des Hauses

Spricht dagegen

  • –Plätze sind begehrt und oft kompetitiv
  • –Meist an ein bestimmtes Haus gebunden

Praktikum

Dauer:
Wenige Wochen bis mehrere Monate.
Voraussetzung:
Meist keine, teils Schulabschluss oder laufendes Studium gewünscht.
Passt gut für:
Menschen, die ein Berufsfeld erst einmal unverbindlich kennenlernen wollen.

Spricht dafür

  • +Niedrigschwelliger Einstieg
  • +Guter Weg, ein Feld auszuprobieren
  • +Oft Sprungbrett für weitere Kontakte

Spricht dagegen

  • –Häufig gering oder gar nicht vergütet
  • –Kein direkter Berufseinstieg

Quereinstieg

Dauer:
Sehr unterschiedlich, oft über Jahre gewachsen.
Voraussetzung:
Relevante Erfahrung aus einem anderen Bereich, die sich übertragen lässt.
Passt gut für:
Menschen, die über Umwege ihre Stärken entdeckt haben.

Spricht dafür

  • +Bringt oft ungewöhnliche und wertvolle Perspektiven mit
  • +Zeigt Vielfalt statt Standardlebenslauf

Spricht dagegen

  • –Braucht mehr Eigeninitiative beim Einstieg
  • –Anerkennung dauert manchmal länger
Wissens-Kick

Es gibt in der Medienbranche keinen einzigen goldenen Weg. Viele erfolgreiche Medienmenschen haben mehrere Stationen ausprobiert, bevor sie ihren Platz gefunden haben. Umwege zählen nicht als verlorene Zeit.

Netzwerken ohne Kontakte

Ein großer Teil der Einstiege läuft über Kontakte, nicht über die klassische Bewerbung. Das heißt nicht, dass du schon Beziehungen brauchst.

  • LinkedIn: Ein kurzes, ehrliches Profil reicht am Anfang. Folge Menschen aus deinem Wunschbereich und kommentiere sachlich.
  • Veranstaltungen: Karrieretage, Messen oder Fachvorträge sind niedrigschwellige Orte für erste Gespräche.
  • Direkte Nachricht: Eine kurze, konkrete Frage zu jemandes Berufsalltag wird häufiger beantwortet, als du denkst.

Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Überlege dir vorab eigene, ehrliche Antworten statt auswendig gelernter Standardsätze.

  • Warum interessierst du dich ausgerechnet für dieses Berufsfeld?
  • Was hast du bisher schon in diese Richtung ausprobiert?
  • Wie gehst du mit Kritik an deiner Arbeit um?
  • Welches Format oder Medienhaus verfolgst du selbst regelmäßig, und warum?
  • Wo siehst du dich in einigen Jahren, ganz grob?
Wissens-Kick

Bei diesen Fragen zählt weniger die perfekte Antwort als die Ehrlichkeit dahinter. Personaler/innen merken schnell, wenn Antworten auswendig gelernt statt selbst durchdacht wirken.

Bewerbungs-Basics für den Einstieg

Am Anfang hast du selten einen langen Lebenslauf – und das ist auch nicht nötig.

  • Ein kurzes, konkretes Anschreiben, das erklärt, warum genau dieses Feld dich interessiert.
  • Ein Portfolio, und sei es klein: eigene Texte, ein Social-Media-Projekt, ein Video.
  • Ein aufgeräumter Lebenslauf, der auch Nebenjobs und Ehrenamt nicht verschweigt.
  • Eine kurze Recherche zum Unternehmen vorab, damit dein Interesse glaubwürdig wirkt.
Checkliste

Checkliste: Bereit für die Bewerbung

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Martin Wendler | Transformations- und Karrierecoaching

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